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Xtremradio Interaktiv Featured Artists
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Sonntag 27. 07. 2008

| [img]http://www.Xtremradio.de/cover51.jpg[/img]
"Keine Ampel kann mich stoppen/ Rotes Licht heißt für mich Poppen". - Herzlich Willkommen im EL*KE-Universum, wo Pressetexte zum neuen Album vollmundig verkünden, dass sich nun mehr als zwei Schichten unter der sehr oft sehr plumpen Fassade verbergen. Ach, tatsächlich? Dann müssen sie wirklich sehr gut versteckt sein.
Stattdessen wird man nicht enttäuscht, was Erwartungshaltungen angeht. "Häuser Stürzen Ein" ist nicht richtig grausig, nur leicht verkrampft angesichts versuchter Tiefe - sonst wie der Rest, den man von EL*KE kennt. All das reißt einen aber nicht vom Hocker.
Einerseits sind die EL*KE-Texte auf "Häuser Stürzen Ein" eindeutig direkter (euphemistisch gesprochen), andererseits hat die Berliner WG einen ihrer größten Pluspunkte aufgegeben: Die Kante.
Was man auf "Häuser Stürzen Ein" zu hören bekommt, hat einen durchaus poppigen Anschlag und dürfte weder Pop-Rocker noch Punkrocker und noch nicht mal diesen seltsamen Schlag Menschen, der alles gut findet, was mit deutschen Texten ausgestattet ist, richtig begeistern.
Übrig bleibt ein gefälliger, äußerst melodiöser Deutschrock auf Speed mit dem faden Geruch von Aufmüpfigkeit in den schlichten Texten, der lange kein Punk mehr ist und zwanzig Subtilitätsmeilen entfernt vom Indie.
Ansonsten hauen EL*KE, um Geschwindigkeit vorzutäuschen, mehrere dutzend Autometaphern in den Songs raus (ihr wisst schon: Vollgas ins Glück, Route 666, Benzin im Drink, Freiheit tanken ...), außerdem die obligatorische flache Ballade zum Besoffen-Feuerzeuge-Schwenken und als Alibi gegen den Vorwurf einer sogenannten Spaßband.
Und dann gibt es noch einen eingängigen, deswegen aber nicht besseren Song namens "Warum Auch Immer", auf dem Farin Urlaub - warum auch immer - als Songwriter ausgeholfen hat.
Immerhin: Gegen Peters beeindruckend rauhe, biergeölte Stimme kommen auch die plattesten Reime nicht an - das ist gut so. Ordentlich produziert ist das Ganze sowieso. Und wer schon immer mal wissen wollte, wie sich Scooter anhören, wenn sie eine Rockband wären, dem sei das hohle "Tanz Ab!" empfohlen.
"Meine Gefühle zu dir sind total krass!", grölt Peter dem Hörer noch gefühlvoll zu. Danke, EL*KE - voll schön, ey!
Quelle: [url]http://www.laut.de[/url]
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Samstag 26. 07. 2008

| [img]http://www.Xtremradio.de/cover50.jpg[/img]
Für ein Livealbum von Sieges Even ist es schon lange Zeit. Allerdings gab es in der Geschichte der Band immer wieder Umbesetzungen und Probleme, die dieses Unterfangen schwierig gestalteten. Erst die Reunion der drei Original-Instrumentalisten mit Ausnahme-Sänger Arno Menses brachte 2004 endlich wieder ein konstantes Line-Up, das mit "The Art Of Navigating By The Stars" und "Paramount" mittlerweile zwei überragende Alben veröffentlicht hat.
Auf die beiden Platten konzentriert sich das Quartett natürlich auch auf ihrem ersten Livealbum und hat mit "The Waking Hours" und "These Empty Places" gerade mal zwei Songs von "A Sense Of Change" dabei. Dass es "Life Cycle" nicht auf die Scheibe geschafft hat, ist allerdings mehr als bedauerlich, spielen sie die Nummer doch auch meistens live. Davon abgesehen ist "Playgrounds" genau das geworden, was man von der Band erwarten durfte.
Ein absolut perfekt, aber zu keiner Zeit steril klingendes Album, das einmal mehr Uwe Lulis produziert hat, der auch schon für "The Art Of Navigating By The Stars" verantwortlich war und dem Album einen warmen, unglaublich transparenten Sound verpasst hat. Eindrucksvoll beweisen Sieges Even, dass sie live jederzeit reproduzieren können, was sie im Studio mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit erschaffen. Genau das macht den Titel der Scheibe auch so treffend.
Es ist jedes Mal aufs neue ein Erlebnis, Markus, Olli und Alex dabei zuzusehen, wie ihnen die Kreativität beim Spielen förmlich aus den Fingern fließt und in Zusammenarbeit ein unvergleichliches Hörerlebnis erschaffen. Verzichten sie beim Opener "When Alpha And Omega Collide" noch auf Backing Chöre, tauchen diese bei den meisten anderen Songs immer mal wieder auf. Warum sich die Band früher immer deutlich davor gesträubt hat, ist mir ein Rätsel. Schließlich greifen heute fast alle Bands auf ein, zwei Sachen vom Band zurück und die Kniffe sind so minimal, dass sie kaum auffallen.
Wer Sieges Even auf der letzten Tour und den Festivals live erlebt hat, wird bemerkt haben, dass die Gruppe mit einer ganz neuen Spielfreude auf der Bühne agiert. Diese und auch die Liebe zum Detail ist in einem Song wie "These Empty Places" fantastisch nachzuhören. Wer mit soviel Spielwitz unterwegs ist, muss natürlich auch sonst Humor besitzen und den beweist Arno mit der sehr coolen Ansage zu "The Lonely Views Of Condors": "Das ist unsere Lichtenstein-Hitsingle. Wir haben dort ungefähr drei Stück verkauft ..."
Die Höchstnote muss dieses Mal jedoch ausbleiben, denn dazu hätten schon ein paar Klassiker mehr auf der Setlist stehen müssen. Wenn demnächst mal eine DVD ansteht, dürfen auch ein paar Songs von "Steps" und "Life Cycle" auf keinen Fall fehlen!
Quelle: [url]http://www.laut.de[/url]
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Donnerstag 24. 07. 2008

| [img]http://www.xtremradio.de/cover49.jpg[/img]
Als im Dezember letzten Jahres Universal "The Joshua Tree" zum Zwanzigjährigen neu auflegte, war das für viele Fans sicher ein Feiertag. Jetzt legt das Label nach und veröffentlicht zeitgleich die ersten drei Alben von U2 noch einmal.
Dabei erscheinen "Boy", "October" und "War" im gleichen Gewand wie schon "Joshua Tree", nämlich in Büchlein-Form mit einer Bonus-CD in einem stabilen Karton-Schuber. Das sieht auch im CD-Regal gut aus und beschäftigt den Aficionado eine Weile.
Denn im Büchlein gibt es nicht nur Lyrics und Linernotes, sondern auch einige Seiten Text von Involvierten aus dem Bandumfeld. In "War", das hier exemplarisch besprochen werden soll, schreibt der irische Musikjournalist Niall Stokes über die Band und das Album. Dabei ergeben sich gerade für "nur" Interessierte, also Nicht-Hardcore-Fans, spannende Einblicke.
Das Booklet komplettieren Fotos und Infos über die zweite CD. Vor allem bei "October" und "Boy" ein "Hochgenuss": Die coiffeuristische Wirrniss der Zeit zwischen Punk und Hairmetal auf den Köpfen der vier Iren.
Die zweiten CDs setzen sich aus Liveaufnahmen, B-Seiten, Remixen und unveröffentlichtem Material zusammen. Auf "War" sind es zwei Club-Remixe von "New Year's Day" des holländischen Trance-DJs Ferry Corsten, die aus dem Jahr 1999 stammen und völlig in Ordnung gehen, wenn sie auch nicht spektakulär sind.
"Original" sind dagegen die Mixe von "Two Hearts Beat As One" von Steve Lillywhite, dem Produzenten von "Boy" und "October" und auch "War". Diese Versionen klingen natürlich wesentlich unelektronischer und sind wohl eher so etwas wie erste Remix-Gehversuche von Lillywhite gewesen.
Insgesamt ist die Bonus-CD zu "War" auf Grund der Fülle an Remixen etwas redundant, auch wenn die Bearbeitung an sich interessant anzuhören sind. Da nimmt sich die zweite Disc zu "Boy" schon deutlich spannender aus, sie enthält die meisten unveröffentlichten Studiotracks und bietet ohne Remixe größte Abwechslung.
Die Bonus-Disc von "October" wartet mit einer ganzen Reihe von bislang unveröffentlichten Liveaufnahmen auf. Sicherlich für Fans interessant, finden diese Stücke mittlerweile doch recht selten Eingang in die Live-Sets von U2.
Diese Wiederveröffentlichungswelle, die mit dem Re-Release von "Under A Blood Red Sky" sogar noch eine Fortsetzung finden wird, ist sicher nicht nur für Die-Hard-Fans von Bedeutung, sondern auch für den Liebhaber der Achtziger oder den Pop-Aficionado generell.
Quelle: [url]http://www.laut.de[/url]
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Mittwoch 23. 07. 2008

| [img]http://www.xtremradio.de/cover48.jpg[/img]
Nachdem nach der Veröffentlichung von "Doomsday Rock'n'Roll" kein einziger Liveauftritt folgte, konnte man eigentlich davon ausgehen, dass es sich bei der Chrome Division um ein einmaliges Spaßprojekt handelt. Ob dem so war oder nicht, jedenfalls hatten wohl alle Beteiligten soviel Spaß an der Sache, dass nun schon die zweite Scheibe erscheint, die zudem den Standard des Debüts sogar noch übertrifft.
Nach einem unauffälligen, aber passenden Intro, das einen quasi per akustischer Auffahrt auf Touren bringt, geht es mit dem Titeltrack auch schon direkt auf die linke Spur und rauf aufs Gas. Genau wie auf dem Debüt huldigen Chrome Division auch hier ausgiebig Motörhead und feuern die erste Hommage mit stark erhöhter Oktanzahl gleich mit "Booze, Broads And Beelzebub" ab. Dreckiger Rock'n'Roll, wie der Teufel in geschaffen und an Lemmy weitergegeben hat. Das gleiche gilt für das darauf folgenden "Wine Of Sin", obwohl hier ein wenig mehr Blues mit reinspielt und das Tempo etwas gedrosselt wird.
Fast schon 70s-lastig kommt "Raven Black Cadillac" gemächlich daher gerollt, bevor "Life Of A Fighter" das Gaspedal wieder auf den Boden drückt. Viel offensichtlicher kann man bei Motörhead beinahe nicht klauen, aber die Norweger machen das dermaßen cool und souverän, dass man gern darüber hinweg sieht. Immerhin ist das alles nur Rock'n'Roll, hat da jemand in den letzten Jahren das Rad neu erfunden? Eben, außerdem zocken die Jungs ja nicht nur den Lemmy-Stiefel runter, sondern haben auch ein paar Nummern dabei, die in eine andere Richtung zielen.
Da wäre zum Beispiel "The Devil Walks Proud" das einfach locker flockig nach vorne weg rockt und mit einer Hookline aufwartet, wie man sie sonst eher von Mötley Crüe kennt. Das ebenfalls sehr geile "The Boys From The East" hat einen deutlichen Swing- und Rockabilly-Einschlag und erinnert deswegen ein wenig an das, was Heartbreak Engines sonst anstellen. Ein wenig davon schwingt auch noch im schnellen "Doomsday Riders" mit
Ebenfalls erstklassig ist die Coverversion von ZZ Tops "Sharp Dressed Man", die viel zu selten mal von einer ordentlichen Metalband gecovert werden. Dabei bieten sich die Songs der Bartfreaks doch nun wirklich an. Textlich könnte es in den meisten Songs nicht platter zugehen und es geht nur darum, die Hupen der Mädels zu sehen und so viele wie möglich flach zu legen. Dagegen sehe ich prinzipiell aber nichts einzuwenden und rausche mit dem zügigen "Raise Your Flag" im Ohr einfach mal gemütlich in den Feierabend.
Quelle: [url]http://www.laut.de[/url]
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Dienstag 22. 07. 2008

| [img]http://www.xtremradio.de/cover47.jpg[/img]
Wenn die Colesne-Gang einigermaßen schlau ist, haben dir Brüder ihre Wohnungen schon lange untervermietet. Sonderlich viel Zeit dürften sie daheim nämlich nicht verbringen, wenn man sich den Tourplan der Brasilianer so anschaut.
Man ist es ja von Metalcore Bands, die ihre erste Scheibe gerade auf dem Markt haben durchaus gewohnt, dass die ihre Wohnungen quasi auf Dauer gegen den Tourbus eingetauscht haben. Krisiun sind nun aber doch schon alte Hasen im Business und verbringen dennoch mehr Zeit irgendwo in der Weltgeschichte als zuhause. Anscheinend fällt es dem Trio aber leicht, Songs auf Tour zu schreiben, denn mit "Southern Storm" legen sie nun schon das nächste Album vor, das einmal mehr von Andy Classen in dessen Stage One Studios in Deutschland aufgenommen wurde.
Darauf zeigt sich die Band in gewohnt starker Form, wenngleich sie immer mehr dazu übergeht, die rasende Geschwindigkeit zugunsten von Melodien und Grooves zu reduzieren. Aber keine Angst, Leute, die Krawallbrüder wissen immer noch, wie man sich mit Lichtgeschwindigkeit durch den brasilianischen Urwald holzt und feuern auch auf "Southern Storm" aus allen Rohren. Besonders gelungen ist das bei einer Nummer wie "Massacre Under The Sun", bei der man meist in den instrumentalen Passagen das Gefühl hat, einem zähen Doombrocken zu lauschen, aber letztendlich gibt es äußerst kräftig auf den Sack.
Das gibt es auch durchgehend in einer Nummer wie "Bleeding Offers", womit die Fans der ersten Scheibe auf jeden Fall glücklich werden müssten. Die winken allerdings bei einem Track wie "Minotaur" fast schon gelangweilt ab, bleibt die rasende Geschwindigkeit hier doch weitgehend außen vor. Es liegt aber wohl nicht allein daran, dass die Nummer nicht so recht zündet. Dann doch lieber das Sepultura-Cover "Refuse/Resist", das zwar nah am Original ist, aber irgendwie doch noch eine Runde derber klingt.
Krisiun bieten auf ihrer siebten Scheibe gewohnt starke Kost und halten sich nicht mit Nebensächlichkeiten wie Experimenten auf. Zum Durchatmen gibt es nur das kurze, akustische Instrumental "Black Wind" - wer mehr braucht, hat verloren.
Quelle: [url]http://www.laut.de[/url]
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