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Dienstag 13. 04. 2010
Allgemein
von Mike

Deep Purple -  Singles & E.P.Anthology '68 - '80     Artist:  Deep Purple
    Album:  Singles & E.P.Anthology '68 - '80
    Label:  EMI
    Release:  09.04.2010  
    Medium:  Compilation
    Genre:  Hardrock  
    Autor:  Philip  

Nein, für echte Sammler bietet diese Zusammenstellung nichts Neues. Aber interessant ist die 'Singles & E.P. Anthology '68 - '80' allemal.

Über die regulären Singles muss kein Wort mehr gesagt werden. Spannend sind B-Seiten und länderspezifische Tracks. Dabei sind Obskuritäten wie das zähe Beatles-Cover 'Help', das tatsächliche eine Single in Frankreich war und an Vanilla Fudge erinnert. Oder die Piano-Version von 'Speed King', eine dänische Single-Veröffentlichung. B-Seiten aus Deutschland ('Living Wreck') und Japan ('Lazy') sind ebenfalls mit drauf, letztere natürlich bestens bekannt.

Das vielleicht berühmteste Riff der Rockgeschichte hört man gleich auf zwei Tracks. 'Smoke On The Water' gibt es als knapp vierminütigen US-Single-Edit in der Studioversion samt dazugehöriger Live-B-Seite. Weitere Live-Versionen sind 'Black Night' (Deutschland) und 'Mistreated'. 'Child In Time', ausgekoppelt vom legendären '72er Live-Album 'Made In Japan' wurde skurrilerweise 1976 nach Auflösung der Band als Single veröffentlicht. Solche und andere Informationen erfährt man aus den knappen, aber recht informativen Liner-Notes. Hier liest man auch, dass das instrumentale 'Grabsplatter' eigentlich für 'In Rock' vorgesehen war.

Das Liedgut der Äras 'Mark III' und 'Mark IV' ist frei von jeglichen Überraschungen. Was an japanischen oder italienischen A-Seiten von 'Burn' und 'Stormbringer' nun anders sein soll, hört nur der absolute Purist. Die Geschichten dazu sind aber witzig. Die Live-Version von 'Mistreated' mit der damals noch prächtigen Stimme des David Coverdale, wurde in Italien als 12''-Disco-Single veröffentlicht. ('Möchtest Du tanzen?') Herrlich!

Die jüngste Zusammenstellung aus der fließbandartig produzierenden Compilation-Fabrik von Deep Purple bzw. EMI ist ein gelungenes Produkt, dass einzig daran scheitern könnte, dass man es nicht benötigt, wenn man die zahlreichen Special Editions der Studio- und Live-Alben bereits besitzt. Für Einsteiger ist die 'Singles & E.P: Anthology '68 - '80' auch nicht ganz geeignet.

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Sonntag 11. 04. 2010
Allgemein
von Murmel

KISS -  Kissology Vol. 3 1992-2000     Artist:  KISS
    Album:  Kissology Vol. 3 1992-2000
    Label:  Edel
    Release:  05.02.2010  
    Medium:  DVD
    Genre:  Hardrock  
    Autor:  Philip  

Dass KISS in jüngsten Jahren noch einmal einen derartigen Medienhype auslösen und dazu mit neuem Album Fans und Kritiker gleichermaßen überzeugen konnten, hätten auch langjährige Mitglieder der KISS Army nicht erwarten können. Vor allem an die richtet sich aber die voluminöse Kissology-Serie, die in Zusammenarbeit mit VH1 entstanden ist. Mit zwei Jahren Verspätung erscheint nun auch der dritte Teil der Kissology in Deutschland, der über zehn (!) Stunden Material enthält. Abgedeckt werden die Jahre 1992 bis 2000.

Die erste Scheibe enhält zwei sehenswerte Konzerte und macht sofort klar, dass aus der Zeit vor 1995 mit Bruce Kulick und Eric Singer nur der '92er Gig aus dem Palace of Auburn Hills in Detroit enthalten ist. Das Konzert von der 'Revenge'-Tour enthält Songs, die man heutzutage leider kaum noch von KISS zu hören bekommt, darunter Kracher wie 'Creatures Of The Night', 'Domino' und 'Take It Off'. Die Qualität des Materials, das in Teilen schon von 'KISS Konfidential' bekannt ist, darf als exzellent bezeichnet werden.

Ein langersehnter Hit ist das komplette 'MTV Uplugged' von 1995 mit allen 21 Songs, die nicht komplett auf der alten VHS-Version enthalten waren. Die großartige Sendung, in der Ace Frehley und Peter Criss gegen Ende dazustoßen, leitete die Reunion ein. Das Material ist absolut brilliant! Dass KISS nicht die als Bootleg kursierenden Retakes hinzugefügt haben, ist zu verzeihen.

Nächster Schritt ist die tatsächliche Reunion, deren erste 'echte' Show (mehr dazu siehe unten) im genauso legendären Tiger Stadium von Detroit am 28. Juni 1996 stattfand. Das Konzert, bisher vor allem aus dem Musikvideo von 'Shout It Loud' bekannt, ist leider nicht komplett. Ärgerlich ist auch, dass zwischen den 17 Tracks ausgeblendet wird (ein Unding) und offenbar nicht viel Arbeit in den Schnitt investiert wurde. Trotzdem ist das vorhandene Material ein Leckerbissen für den Fan. Viel kürzer, aber noch spektakulärer ist der komplette, fünf Songs umfassende Auftritt der Maskierten bei den VMAs 1996, der unter der Brooklyn Bridge stattfand und dessen Feuerwerk für runtergeklappte Kinnladen sorgt.

Auf Disk 3 und 4 verteilt wurde ein Konzert von 1998 aus dem Dodger Stadium, das einer gigantischen Party gleicht. In Los Angeles begeisterten KISS auf der 'Psycho Circus'-Tour mit einer 22-Track-starken Setlist und reichlich Rock'n'Roll-Theater. Der Ton wurde offensichtlich nicht extra gemastert und auch die Bildqualität gleicht manchmal einem Proshot-Bootleg. Es spricht für das Konzert, dass der Spaßfaktor durch die technischen Mängel nicht gemindert wird. Mit 'Into The Void' und dem ziemlich schräg gesungenen 'Within' sind außerdem zwei Raritäten aus der Zeit dabei. Als Mini-Schmankerl folgt die Performance bei der Premierenparty des Kinofilms 'Detroit Rock City', die aufgrund des Nebels und der schrägen Farben (Rot-Überschuss) ein bisschen vom KISS-Flair der '70er Jahre hat. Cool!

Von der dubios oder, besser gesagt, dreist betitelten 'Farewell'-Tournee (Farewell von was?) gibt es den krachenden Auftritt aus East Rutherford, New Jersey, in toller Bild- und guter Tonqualität. Mit nur 14 Songs in der Setlist fällt aber wohl selbst dem Laien auf, dass die Show leider nicht komplett ist, obwohl sie zweifelsohne in voller Länge existiert und auch bereits als Bootleg im Umlauf war. Sehenswert ist das natürlich trotzdem, nur eben zu kurz. Damit endet die reguläre Materialsammlung von 1992 bis 2000, die übrigens noch durch ein paar Easter Eggs erweitert wird.

Disk #4 enthält einen 45minütigen Konzertmitschnitt, der eigentlich auf Kissology Vol. 1 gehört hätte. (Ist der erst später aufgetaucht?) Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen stammen von 1973 und sind die ältesten bewegten Bilder von KISS überhaupt. Für die Veröffentlichung wurden sie im Gegensatz zu manch anderem Inhalt auf Kissology restauriert und remastert. Natürlich genügen die zum Teil unscharfen Aufnahmen, bei der häufig Personen die Sicht stören, keinem Qualitätsstandard von heute. Aber das ist auch nicht zu erwarten. Für jeden KISS-Liebhaber ist das ein echtes Juwel.

Mit Ausnahme der Bonusscheiben sind alle DVDs mit Kommentaren der einzelnen Mitglieder ausgestattet. Erstaunlich und nicht ganz sauber ist, dass Gene und Paul sich darin mehrfach negativ über Peter und Ace äußern. Was soll das? Man wird es nie verstehen. Aber apropos Bonusdisk: Wieder gibt es drei verschiedene Bonusdisks, die man ärgerlicherweise nur bekommt, wenn man sich das Set dreimal in unterschiedlichen Varianten zulegt.

Absolut essentiell ist das Konzert in Sao Paolo vom 'Monsters Of Rock' Festival 1994 (womit die Lücke zwischen 1992 und 1995 etwas gefüllt wird), das eine unmaskierte Setlist mit tollen Raritäten wie 'War Machine' und 'Unholy' bietet. Während das leicht überbelichtete Bild in Ordnung geht, ist der Ton nur mäßig. Vor allem beim Opener 'Creatures Of The Night' hört man mehr singendes Publikum als KISS, was allerdings in diesem speziellen Fall schon wieder ganz witzig ist. Der Schnitt macht mit manch merkwürdiger Kamerabewegung auch keinen finalen Eindruck. Der brasilianische Mitschnitt ist dennoch ein echtes Highlight.

Die nächste Bonus-DVD enthält ein weiteres Reunion-Konzert, diesmal aus dem Madison Square Garden. Die Setlist wirkt etwas kurz, außerdem wird nervigerweise wieder zwischen manchen Songs ausgeblendet. Auch manche Kamerafahrt ist nicht nachvollziehbar und gehört so in keinen finalen Schnitt. Vom Publikum sieht man auch nicht viel. Das gezeigte Videomaterial macht zwar trotzdem Freude, aber die anderen beiden Bonusdisks sind eher zu empfehlen.

Mit der letzten Bonusscheibe beweisen KISS Humor, der vielen anderen Bands fehlt. Das auf dieser DVD vollständige, aber insgesamt kurze Konzert im kalifornischen Irvine, das für den Radiosender KROQ und noch vor dem Gig im Tiger Stadium stattfand, ist ein echter Gag. Es handelt sich dabei quasi um ein 'Probekonzert' voller kleiner, lustiger Mängel. Da hat Ace Probleme mit seiner Gitarre und Gene mit seinem Umhang. Der Sound ist teils extrem schräg und ein Fan stürmt zu Beginn von 'Detroit Rock City' die Bühne, um seinen nackten Hintern zu präsentieren. Da geht das Feuerwerk zur falschen Zeit hoch und die Bühne fängt am Ende auch noch Feuer, was man nicht sieht aber hört. Paul Stanley dazu: 'We got a fire up there. Something tells me that wasn't supposed to happen. Maybe we'll burn this place down.' Herrlich! Mehr Rock'n'Roll geht eigentlich gar nicht.

Eins noch zur Optik: Dass das edle Boxset hierzulande ein zensiertes KISS-Logo hat, war zu erwarten. Leider ruiniert zusätzlich das Uschi-von-der-Leyen-FSK-Logo das Cover, da es nicht aufgeklebt, sondern direkt über Aces Gesicht ins Cover integriert wurde, was natürlich gar nicht schön ist.

Über die kleinen technischen Makel kann man locker hinwegsehen, wenn man sie denn überhaupt ob der Materialflut bemerkt. Die Vielfalt der vorherigen Releases war zwar größer, doch qualitativ ist Kissology Vol. 3 wahrscheinlich der beste Teil der Serie, die wirklich ihresgleichen sucht. Auch die dritte Ausgabe ist eine für KISS-Anhänger absolut unverzichtbare Materialsammlung, ein massives audiovisuelles Fest. Noch dazu erscheint das DVD-Set zu einem moderaten Preis. Dafür kann es von mir nur die Bestbewertung geben.

Mittlerweile hat Gene Simmons übrigens einen vierten Teil angekündigt.

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Freitag 09. 04. 2010
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von Murmel

Kissy Sell Out  -  Youth     Artist:  Kissy Sell Out
    Album:  Youth
    Label:  Sun City High/ ADA/ Warner
    Release:  26.03.2010  
    Medium:  Album
    Genre:  Elektro-Pop  
    Autor:  k-ryper  

Verirrt man sich an einem Donnerstag gegen Mitternacht auf die Website des Radio 1 der British Broadcasting Corporation, kurz BBC, so wird man angegrinst von einem Burschen mit Vokuhila und Lemmy-Gedächtnisbart. Kissy Sell Out nennt sich der junge Mann und hat mit Motörhead nicht so viel am Hut. In der Sendung von Kissy, der eigentlich Thomas Bisdee heißt, geht es um 'jump up rock and rave', so seine Eigenbeschreibung.

Ein DJ, der ein eigenes Album herausbringt? Klingt stark nach einer Ansammlung von House- oder Techno-Tracks. Stattdessen hat sich Kissy Sell Out aber dem Electro-Pop verschrieben und den will er live mit Bassist und Schlagzeug umsetzen. Für den Gesang ist Kissys Cousin Dan verantwortlich.

Nicht nur diesbezüglich birgt 'Youth' Überraschungen.
Thomas Bisdees Debüt ist als loses Konzeptalbum über seine Kindheit und Jugend in Essex angelegt. Einige merkwürdige Anekdoten gibt es, ansonsten sind die Texte doch sehr zugänglich und nachvollziehbar. Eine ausladende Wirkung, die besagtes Konzept mit sich bringen könnte, stellt sich nicht ein.

Auch die hohe Eingängigkeit von Melodien und Refrains erleichtert dem Hörer den Zugang enorm. Der Opener 'Through The Leaves' beginnt zurückhaltend um dann kurz auszubrechen und auf die nachfolgenden zehn Stücke vorzubereiten: Mal werden Piano- oder String-Samples verwendet und immer wieder gestalten überdrehte Synthies das Geschehen. Drei Mal dürfen die dann auch komplett übernehmen, wobei sich das dann doch sehr in der Nähe von Boys Noize abspielt.

Was das Konzept angeht, sind die Lyrics stellenweise gewöhnungsbedürftig, vereinzelt überschreiten sie auch den Rand zur Sentimentalität. Musikalisch springt Kissy Sell Out immer wieder zwischen Pop und Rave. Dass es da mal zu bunt werden kann, liegt auf der Hand. Und so braucht 'Youth' denn auch Zeit, um ganz durchdrungen werden zu können.

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Mittwoch 07. 04. 2010
Allgemein
von Murmel

Eisbrecher -  Eiszeit     Artist:  Eisbrecher
    Album:  Eiszeit
    Label:  AFM
    Release:  16.04.2010  
    Medium:  Album
    Genre:  Gothicrock  
    Autor:  DocAlex  

Mit ihrem neuen Werk greifen die Herren Wesselsky und Pix mutig zu den Sternen am Gothicrock-Himmel. 'Eiszeit' präsentiert sich als perfekt sortierter Sound-Supermarkt, in dem sich Komponist Pix mutig aus allen Regalen bedient. Zahlreiche Klang-Anleihen treffen hier schamlos aufeinander, ohne dabei zu einem Plagiat zu mutieren. Immer wieder vernimmt der geneigte Hörer Synthie-Loops die stark an Depeche Modes Meisterwerke erinnern, vor allem im Song 'Dein Weg' sind die Parallelen nicht von der Hand zu weisen.

'Eiszeit' ist ein ausgesprochen abwechslungsreiches und detailliertes Album geworden, bei dem jede Zielgruppe sein eigenes Schmankerl finden wird. Stramme Industrial-Marschrythmen wie in 'Bombe' oder 'Amok' gehen eine mutige Fusion mit balladesken Stücken ein, die teilweise sogar Schlagerartig anmuten. Mit 'Gothkiller' präsentiert die Band eine Ode an die großen Sisters of Mercy, mit tanzbaren Beats und netten 80er Samples. Der erste englische Titel, eine leichte ,Knödelei‘ bleibt allerdings bei genauem hinhören nicht aus. Vielleicht hätte sich hier die Zusammenarbeit mit einem Nativ-Speaker gelohnt.

Sänger Alexx bringt auf Eiszeit seine gesanglichen Qualitäten deutlich besser zur Geltung, wobei die Texte immer noch auf dünnem Eis wandeln. Bei Stücken wie 'Eiszeit', 'Bombe', 'Amok' und 'Supermodel' versucht sich die Band sozialkritisch zu positionieren, dennoch gelingt ihnen dies nur bedingt. Die Texte sind zu flach ausgearbeitet und die Reimschemata geht durch ihre Einfachheit bei manchen Songs schon fast auf den Nerv. Aber wohl kaum ein Anhänger dieser Band erwartet das große Sozialpädagogische-Nachschlagewerk für Jungtherapeuten, sondern vielmehr eine abwechslungsreiche Platte mit hymnenartigen Melodien die gut ins Ohr gehen. Das Album weisst zahlreiche Highlights auf, die wirkliche Verkaufsschlager werden können und wer Eisbrecher schon einmal Live gesehen hat weiss, das die neuen Songs perfekt für einen großartigen Konzertabend umzusetzen sind.

'Eiszeit' ist mit Abstand das beste Werk der Bajuwaren und es bleibt zu hoffen, das Bands wie Unheilig mit ihrer fetten Marketing-Maschinerie den Weg für Eisbrecher mit geebnet haben.


Tracks:
1. Böse Mädchen
2. Eiszeit
3. Bombe
4. Gothkiller
5. Die Engel
6. Segne Deinen Schmerz
7. Amok
8. Dein Weg
9. Supermodel
10. Der Hauch Des Lebens

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Sonntag 04. 04. 2010
Allgemein
von Murmel

Xtremradio.de wünscht allen frohe Ostern!

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