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Dienstag 09. 03. 2010
Allgemein
von Murmel

Van Canto -  Tribe Of Force     Artist:  Van Canto
    Album:  Tribe Of Force
    Label:  Napalm
    Release:  26.02.2010  
    Medium:  Album
    Genre:  Powermetal  
    Autor:  Ingo  

Was gehört auf eine Metal-CD? Richtig, Schlagzeug. Ist vorhanden. Gesang, auch richtig. Ist auch vorhanden. Bass, Gitarre, Keyboard? Fast richtig. Denn Metal kann auch Metal sein, wenn keine Saiten- oder Tasteninstrumente vorkommen. Das Ergebnis nennt man A Capella-Metal und die einzige Band, die so etwas ernsthaft betreibt, sind Van Canto.

Auf ihrem dritten Album 'Tribe Of Force' machen Van Canto genau da weiter, wie man es erwartet hat: es wird wieder ein Metallica-Song ('Battery') gecovert und die Songs auf 'Tribe Of Force' klingen genauso fett, als würde eine amtliche Metalband musizieren. Hört man nur mit halben Ohr hin (was aber sehr schade wäre, weil man etwas Einzigartiges verpasst), käme man nicht auf den Gedanken, dass hier ohne Gitarren und Bass nur mit Schlagzeug und Stimmen gerockt wird. Produzent Charlie Bauerfeind (Blind Guardian, HammerFall, Gamma Ray, Helloween) hat Van Canto einen sensationellen Sound beschert, bei dem der tiefere 'Rakkatakka'-Gesang, der Wah-Wah-Sologitarren-Gesang, der höhere 'Rakkatakka'-Gesang und die tiefe 'Dandan'-Stimme sowie die Lead-Gesänge optimal zur Geltung kommen. Die Atmosphäre lässt sich schlichtweg mit episch, monumental und bombastisch beschreiben.

Die Akzeptanz der Band in der Szene lässt sich dadurch belegen, dass für die Version von 'Rebellion' Chris Boltendahl (Grave Digger) seine Röhre zur Verfügung stellte. Doch auch die eigenen Stücke wie 'To Sing A Metal Song' oder 'Last Night Of The King' stehen qualitativ den fremden Federn in Nichts nach, durch die Stimmen erscheinen die Kompositionen dunkel und dramatisch, manchmal in gregorianischem Einschlag.

'Tribe Of Force' ist ein reinrassiges, absolut glaubwürdiges Metal-Album, das mit hochklassigen Songs und viel Atmosphäre aufwartet. Dadurch, dass keine andere Band sich an so einer Herangehensweise versucht, besitzen Van Canto weiterhin ihren Exotenbonus und ihre Einmaligkeit. Im limitierten Digipack gibt es sogar noch eine Bonus-DVD mit dem 45-minütigem Wacken-Gig von 2008.

Quelle: www.whiskey-soda.de

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Montag 08. 03. 2010
Allgemein
von Murmel

Audrey Horne -  Audrey Horne     Artist:  Audrey Horne
    Album:  Audrey Horne
    Label:  Indie recordings
    Release:  26.02.2010  
    Medium:  Album
    Genre:  Hardrock  
    Autor:  The Wendigo  

Audrey Horne dümpelten bisher zumindest in Deutschland irgendwo zwischen 'kennt keine Sau' und 'Kultstatus' hin und her. Ein herausragendes Debüt und ein etwas sperriges Zweitwerk haben die Norweger veröffentlicht. Nun versuchen sie also zum dritten Mal, über den Status 'Geheimtipp' hinauszukommen. In Norwegen jedenfalls haben sie schon dutzende Preise abgesahnt, unter anderem den für die 'Beste norwegische Band des Jahres'. Es wird also Zeit, dass da auch in Deutschland mal was bei herumkommt...

Mit dem selbstbetitelten neuen Album sind die qualitativen Voraussetzungen mehr als ideal. Die Band hat ihre Mischung aus klassischem Hardrock, leicht düsterem, melancholischem Metal und modernen Elementen noch einmal verfeinert. Die Unzugänglichkeit der Songs auf dem Vorgängeralbum 'Le Fol' wurde komplett zurückgefahren, dafür wurde die Eingängigkeit der Tracks des Debuts 'No Hay Banda' wieder aufgegriffen und noch einmal verstärkt. Jeder einzelne Song ist eine Hymne.

Das fängt an mit dem Ohrwurm 'Down With Suicide', der in dieser Form nur aufgrund der höheren, hardrockigeren Stimme von Audrey Horne's Frontmann Toschie nicht an Sentenced erinnert, und zieht sich dann durch das gesamte Album. Das ist moderner Hardrock in Formvollendung, verfeinert durch kleine Zitate und augenzwinkernde Verweise auf die Großen der Zunft. Die kraftvolle Halbballade 'Sail Away' jedenfalls ist ein Wink mit dem Holzhammer in Richtung Dio, der mit seiner Überballade 'All The Fools Sail Away' wohl relativ eindeutig dazu die Vorlage lieferte.

Auch sonst halten sich Audrey Horne mit dem Zitieren nicht zurück, doch schaffen sie es dabei, niemals wie ein Plagiat zu klingen. Egal, ob klassische Black Sabbath-Riffs oder pathosgeschwängerter Scorpions-Kitsch: Audrey Horne verändern diese Elemente zwar nicht bis zur Unkenntlichkeit, aber bis hin zur Eigenständigkeit. Dadurch entsteht der Eindruck, den Klassiker einer weltberühmten Band vor sich liegen zu haben, und allein aufgrund dieser Leistung haben Audrey Horne mit ihrem Album schon Großes geleistet. Aber selbst wenn man gar keinen Hardrock mag, noch nie etwas von Ronnie James Dio gehört hat oder prinzipiell einfach Alben norwegischer Bands kauft, selbst wenn man sie nicht kennt: Audrey Horne werden Euch zufriedenstellen.

Das Album ist nicht annähernd so mysteriös wie David Lynchs namensgebende Figur, sondern eine zeitlose Ansammlung brilliant komponierter, sehr durchdachter, spannender und gut produzierter Metalsongs. Wieviele Bands können solch gnadenlos gute Bodenständigkeit heute noch vorweisen?

Quelle: www.whiskey-soda.de

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Samstag 06. 03. 2010
Allgemein
von Murmel

Crematory -  Infinity     Artist:  Crematory
    Album:  Infinity
    Label:  Massacre Records
    Release:  29.01.2010  
    Medium:  Album
    Genre:  Gothicmetal  
    Autor:  hell_sinki  

Infinity' ist das jüngste Machwerk der deutschen Düster-Metaller von Crematory - obwohl man bei zehn Tracks ja wohl nur leidlich von 'Unendlichkeit' sprechen kann.

Die gewohnt Keyboard-affinen Kameraden lassen sich auch dieses Mal nicht lumpen, und lehren selbst den letzten Skeptiker das Tasteninstrument lieben. Die Songs sind hervorragend arrangiert, und jedes Element findet erfolgreich seinen Platz im Gesamtgefüge. Das Arrangement ist ja bei zwei Sängern mit derart unterschiedlichen Stimmen auch immer ein sensibles Thema. Tiefe, grunzige Vocals und klare melodiöse Gesangsparts werden selten vorbildlicher vereint, als bei Crematory. Das war zwar schon immer so, aber vergleicht man die aktuelle Platte mit früheren Werken, wie etwa 'Awake', dann lässt sich durchaus eine Entwicklung feststellen. Die Lieder wirken durchdachter, die Stimmen reifer und intensiver.

Musikalisch bewegen wir uns auf gewohntem Boden, zumindest was stilistische Fragen angeht. Crematory schaffen es dennoch, verschiedene Stimmungen mit ihren üblichen Werkzeugen zu erzeugen, und auf 'Infinity' tun sie das zusätzlich mit mehr Nachdruck. Wie schon gesagt spielen Keyboards und Samples nach wie vor eine Hauptrolle, doch die Band weiß ihre Mittel sehr geschickt einzusetzen. Instrumental stehen genretypisch Schlagzeug und Gitarre im Vordergrund. Beide spielen auf 'Infinity' ein unglaublich dynamisches und treibendes Programm ab, dass es eine Freude ist. Die Rhythmik und die Melodien gehen direkt ins Blut, so dass man sich vorstellen könnte, dass diese Scheibe selbst jene überzeugen wird, die sich sonst nur unter Zwang mit derartiger Musik auseinandersetzen. Also nicht nur die Sänger Gerhard Stass und Matthias Hechler machen hier einen überzeugenden Job - das steht bereits nach den ersten beiden Titeln fest. Mit 'Infinity' dürften die Jungs in der Szene wieder ganz oben mitspielen.

Quelle: www.whiskey-soda.de

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Donnerstag 04. 03. 2010
Allgemein
von Murmel

Crime in Stereo -  I Was Trying To Describe You To Someone     Artist:  Crime in Stereo
    Album:  I Was Trying To Describe You To Someone
    Label:  Bridge Nine
    Release:  26.02.2010  
    Medium:  Album
    Genre:  Hardcore  
    Autor:  Lyord  
 

Dank der ausgestreckten Hand von Bridge Nine Records haben sich Crime In Stereo auf einen sicheren Ast gerettet, bevor sie ohne Label im reißenden Fluss der Irrelevanz ertrunken wären. Zu ihrem Glück wurde dann noch das Labeldebüt 'Is Dead' vom 'Alternative Press'- Magazine abgefeiert, während in Europa kaum jemand dafür Interesse zeigte.

Der Grund könnte im Songwriting der Band liegen, die es schafft Hardcoresongs mit Gefühl und Ernsthaftigkeit zu versehen, die hier unverstanden blieben und mit dem Begriff 'Kitsch' in die unendlichen Weiten der Belanglosigkeit katapultiert werden würden. Dessen scheint sich die aus New York stammende Band bewusst zu sein, denn ab dem ersten Song des lyrischen Konzeptalbums wird die Leidenschaft für diese Art des Songwritings und das Bewusstsein dadurch angreifbar und damit zerstörbar zu sein thematisiert.

Doch der Essenz von Aussagen wie 'Nothing Is Safe' (Queue Moderns) oder 'In The Sound Of Everyone, Everywhere, Unloved' (Type One) wird sich der Hörer erst gegen Ende des vierten Albums bewusst. Wenn es melodisch mit Sing-Along-Refrains um die Frage geht, ob das Genre Pop dem Mainstream gleichzusetzen ist, ob eine Band zum Mainstream zählt, wenn sie sich an Popelementen bedient und ob diese Tatsachen verwerflich sind. Den Abschluss stellt der Song 'I Cannot Answer You Tonight' dar, der sich in die Kette der Torchsongs einreiht, sich jedoch lyrisch als das fehlende Stück des Puzzles entpuppt, das ein Bild erscheinen lässt, das Crime In Stereo als totale Popfanatiker darstellt.

'I Was Trying To Describe You To Someone' ist musikalisch nicht so poppig wie der Vorgänger, jedoch ein lyrisches Kuckucksei in Form eines 'Lost-Love'-Albums. Dadurch zeigt sich die Raffinesse, mit der Crime In Stereo arbeiten. Diese erscheinen dadurch im Gegensatz zum Zeitgeist der 'gefühlsbetonenden' Hardcorebands als einzigartig.

Quelle: www.whiskey-soda.de

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Dienstag 02. 03. 2010
Allgemein
von Murmel

Dark Tranquillity -  We Are The  Void     Artist:  Dark Tranquillity
    Album:  We Are The Void
    Label:  Century Media
    Release:  26.02.2010  
    Medium:  Album
    Genre:  Deathmetal  
    Autor:  The Wendigo  

Dark Tranquillity sind eine dieser Bands, bei denen sich der Fan sicher sein kann, dass die in einem ziemlich stringenten Rhythmus von etwas mehr als zwei Jahren veröffentlichten neuen Alben immer ein gewisses Qualitätslevel haben. Die Schweden zählten mit In Flames zur Speerspitze des Melodic Death Metal nach Göteborger Art.

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