Bereits im Januar 2009 haben Gamma Ray angefangen, an "To The Metal" zu schrauben. Da die Hanseaten aber ebenfalls von der SPV-Insolvenz betroffen waren, hat sich die Veröffentlichung der Scheibe bis Ende Januar 2010 verzögert.
Wenn man sich den Einsteiger "Empathy" so anhört, dann scheint die Reise wieder deutlich in Richtung "
No World Order" zu gehen, denn Kai lässt stimmlich seiner Vorliebe für
Rob Halford freien Lauf. Während die Grundstimmung hier noch relativ düster ist, handelt es sich bei "Shine Forever" um eine gut abgehende Power Metal-Nummer. Kai macht ebenfalls den Halford, Dirk Schächter brilliert am Bass, nur Drummer Dan Zimmermann könnte ich für den immens hohen Lala-Faktor im Chorus killen.
Neben den typischen Gamma Ray-Songs wie "Time To Live", dem starken "Rise" oder "Chasing Shadows", die spätestens zum Chorus hin wieder gute Laune verbreiten, mischen sich immer wieder ein paar dunklere Klänge in den Sound. So auch in "All You Need To Know", bei dem der wohl so langsam aber sicher im Metal wieder Fuß fassende Michael Kiske den Chorus intoniert.
Für den begeisterten Banger haben sie mit dem Titeltrack wohl die nächste Hymne geschrieben. Das Stück lässt bestimmt jedes Accept- oder Manowar-Herz höher schlagen. Jedes Klischee wird verbraten, der Track stampft im schleppenden Midtempo dahin und ist live fortan bestimmt eine feste Nummer. Wird man lieben, oder hassen.
Während auch das abschließende, balladeske, an Queen angelehnte "No Need To Cry" die Meinungen möglicherweise spalten wird, sollte das bei "Mother Angel" nicht der Fall sein. In der sehr melancholischen Nummer singt Kai über seine kürzlich verstorbene Mutter. Der Song greift sehr tief und glänzt auch mit einem schönen doppelläufigen Solo.
Langjährige Gamma Ray-Fans werden von "To The Metal" vermutlich kaum enttäuscht sein. Die typischen Trademarks sind vorhanden, an den technischen Fähigkeiten der Hanseaten gibt es eh nix zu rütteln. Ein Glanzpunkt in der Historie der Band ist die Scheibe aber nicht.